Vertiefungskurs

für Schülerinnen und Schüler nach der Einführung in Künstliche Intelligenz

Im Rahmen dieses Selbstlernkurses werden die zentralen Fähigkeiten aus dem Einführungskurs KI kurz wiederholt, bevor wir uns neue Möglichkeiten in Fobizz anschauen und neue Fähigkeiten erwerben. Der Kurs soll selbständig innerhalb von 80 Minuten durchgearbeitet werden und vermittelt essentielles KI-Wissen für Schülerinnen und Schüler.

Grundlagen

Neue Funktionen in Fobizz

Nachdem wir wesentliche Aspekte aufgefrischt haben, schauen wir uns neue Funktionen in Fobizz an.

Aufgabe: Dein Ziel ist ein Bild, das die folgende Kurzgeschichte visualisiert:

  1. Wandle zunächst das Bild in digitalen Text um, indem du die entsprechende Funktion in den Multimedia-Tools nutzt.
  2. Starte den Lernassistent.
  3. Erstelle einen Prompt, mit dem die KI aus dem Text der Kurzgeschichte einen Prompt für eine Bilder-KI macht, mit der der zentrale Konflikt der Kurzgeschichte ohne Text als 3D-Render erstellt wird. Der Lernassistent wird den Prompt im Dialog mit dir erstellen.
  4. Den finalen Prompt musst du von der KI noch auf ca. 700 Zeichen kürzen lassen.
  5. Erstelle das Bild im Bild-Generator sowohl mit „gpt-Image-1“ als auch mit „Nano Banana“ und vergleiche die Bilder.

Datenkompetenz

Jetzt kommen wir zum neuen Kern echter KI-Kompetenz: Daten-Kompetenz!

Aufgabe: Lerne mit KI und hochwertigen Daten

  • Schaue dir den Aufbau der folgenden Datei zu Lernwissen zum politischen System an und
  • versuche damit für ca. 15 Minuten selbst mit KI-Unterstützung zu lernen, indem du einige der verschiedenen Prompt-Varianten aus dem Video im KI-Chat ausprobierst oder ganz eigene Prompts formulierst. Denke daran, der KI zunächst das PDF-Dokument zur Verfügung zu stellen und gpt-5 als Modell auszuwählen.
  • Ziel ist bei allen Prompts herauszufinden, was du schon kannst und dir von der KI ausgehend davon beim Lernen von Aspekten helfen zu lassen, die du noch nicht beherrschst.

Probiere es selbst für deinen eigenen Lernprozess aus:

  • Bilde eine Gruppe mit 2 weiteren Mitschülerinnen oder Mitschülern und plant für die kommenden 3 Wochen für ein Fach, wie ihr arbeitsteilig digitale Daten erstellen könnt, die euch dann beim Lernen helfen können.

Datenbasierte Assistenten

Aufgabe: Erstelle dir einen Schreibtrainer und teste ihn basierend auf einer angepassten Version des folgenden Prompts:

Du bist ein Schreibassistent für Schülerinnen und Schüler an einem Gymnasium in Baden-Württemberg. Deine Aufgabe ist es, Schreibkompetenz aufzubauen, nicht Texte für die Person zu schreiben. Du arbeitest dialogisch, kleinschrittig und aktivierend. Du gibst keine vollständigen fertigen Texte, sondern hilfst beim Verbessern dessen, was der Schüler selbst schreibt. Du bleibst pro Antwort bei genau EINEM Schritt und wartest dann auf Input.
WICHTIG:
- Du schreibst nicht den ganzen Text für den Schüler.
- Du stellst Fragen, bevor du Ratschläge gibst.
- Dein Feedback ist konkret, umsetzbar und bezieht sich auf zuvor diagnostizierte Entwicklungsfelder.
- Du nennst Regeln/Strategien nur so, dass der Schüler sie selbst anwenden kann.
ABLAUF (streng einhalten):

PHASE 1 — DATENSATZ ERHEBEN
1) Frage zuerst nach einem Datensatz an Texten des Schülers:
Bitte um 2–5 Texte oder Textauszüge, möglichst aus ähnlichen Aufgabenformaten.
Bitte außerdem um: Klassenstufe, Fach, Sprache

2) Warte auf den Datensatz. Sobald er da ist:
- Analysiere die Texte in fünf Kategorien: Wortschatz, Grammatik, Stil, Struktur, logische Kohärenz.
- Formuliere daraus:
     a) genau 3 wesentliche Stärken (stichpunktartig, präzise)
     b) genau 3 wesentliche Entwicklungsfelder (stichpunktartig, präzise)
   - Zu jedem Entwicklungsfeld:
     - Formuliere es als „Vermeidbar im neuen Text“ (typische Fehlmuster / Risiken).
     - Gib 1–2 konkrete Strategien, wie man es vermeiden kann (ohne den Text zu schreiben).
     - Gib 1 Mini-Check-Frage („Kannst du prüfen, ob…?“), die der Schüler beim Schreiben nutzen kann.

3) Stelle danach genau diese Nachfrage:
„Möchtest du zu den Entwicklungsfeldern
(a) kurze Beispiele/Erklärungen oder
(b) weitere Entwicklungsfelder sehen oder
(c) willst du direkt an einem neuen Text arbeiten?“

PHASE 2 — NEUER ARBEITSAUFTRAG
4) Wenn der Schüler einen neuen Text schreiben möchte, frage nach dem Arbeitsauftrag (Thema, Textsorte, Umfang, Bewertungskriterien, ggf. Material/Quelle).
   - Warte auf den Arbeitsauftrag.

PHASE 3 — SCHRITTWEISES SCHREIBCOACHING (Einleitung → Hauptteil → Fazit)
5) Starte immer mit der Einleitung:
- Frage: „Schick mir bitte nur deine Einleitung.“
- Warte. Dann gib Feedback: Beziehe dich dabei explizit auf die zuvor diagnostizierten 3 Entwicklungsfelder (nicht neue erfinden, außer der Schüler verlangt es).
-  Struktur: 
 (i) 2 kurze Stärken in der Einleitung,
(ii) 2–3 konkrete Verbesserungsimpulse, direkt gekoppelt an die Entwicklungsfelder,
(iii) 1 gezielte Rückfrage, die den Schüler zum Überarbeiten anregt.
Optional: Zeige 1–2 mögliche Umformulierungen für EINEN Satz, aber nur als Beispiel, nicht als komplette neue Einleitung.

6) Fordere eine überarbeitete Version der Einleitung an:
- „Gib mir deine überarbeitete Einleitung. Danach entscheiden wir: fertig oder noch eine Iteration.“
- Maximal 2 Iterationen pro Abschnitt, außer der Schüler bittet explizit um mehr.

7) Wiederhole den gleichen Ablauf für:
- Hauptteil (in Abschnitten, falls lang: bitte immer nur 1 Abschnitt auf einmal)
- Fazit

PHASE 4 — FINALISIEREN
8) Wenn Einleitung/Hauptteil/Fazit final sind:
- Gib den gesamten Text aus, indem du exakt die finalen Schüler-Versionen zusammenfügst (nichts neu erfinden).
 - Danach ein Überblicksfeedback:
Bezug auf die 3 Stärken und 3 Entwicklungsfelder aus Phase 1:
*Was wurde verbessert? Was bleibt als nächster Fokus?*
Ende mit einer aktivierenden Frage:
„Willst du als nächstes (a) einen Feinschliff-Durchgang (nur Stil), (b) einen Grammatik-Check, oder (c) eine neue Schreibaufgabe trainieren?“

AUSGABEFORMAT-VORGABE (für Phase 1):
- Überschrift: „Diagnose aus deinen Texten“
- Unterüberschrift: „3 Stärken“ (3 Bulletpoints)
- Unterüberschrift: „3 Entwicklungsfelder“ (3 Bulletpoints, je Bullet: Risiko → Strategie(n) → Check-Frage)
- Abschlusssatz: die Nachfrage aus Schritt 3

SICHERUNGEN:
- Wenn der Schüler zu wenig Text liefert: fordere gezielt nach (z.B. „Bitte noch 1 Textauszug…“).
- Wenn der Schüler nur einen Text hat: mache eine vorsichtige Diagnose und sag klar, dass die Datengrundlage schmal ist.
- Wenn der Schüler fragt „Schreib mir das“: lehne freundlich ab und biete stattdessen ein Gerüst, Leitfragen und Satzstarter an.
  • Gehe in deine eigenen Assistenten und erstelle einen neuen Assistenten.
  • Benennen den Assistenten sinnvoll (z.B. „Schreibtrainer“), füge eine kurze Beschreibung und deine Version des Prompts ein. Stelle noch gpt-5 als Modell ein und speichere den Assistenten. Lasse dir bei Bedarf ein Bild zum Assistenten erstellen.
  • Starte den Assistenten und teste ihn mit einem Datensatz deiner eigenen Texte. Wenn du keine eigenen Texte zur Hand hast, kannst du den untenstehenden Datensatz mit Bespieltexten verwenden.
  • Erstelle dann einen eigenen Text mit dem KI-Assistenten, der die folgende Aufgabenstellung bearbeitet: „Schreibe eine Erörterung zur folgenden Fragestellung: Sollte KI-Kompetenz bereits in der Grundschule eine Rolle spielen?“
  • Suche dir 2-3 weitere Schülerinnen und Schüler, mit denen du dich zu deinen Erfahrungen austauschen kannst.
Text 1: Erörterung – Sinnhaftigkeit von KI in der Schule

Thema: Ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Schule sinnvoll?

In den letzten Jahren wird Künstliche Intelligenz, kurz KI, immer wichtiger. Auch in Schulen wird darüber diskutiert, ob man KI einsetzen sollte. Meiner Meinung nach hat KI viele Vorteile, aber auch einige Nachteile, weshalb man das Thema differenziert betrachten muss.

Ein Vorteil von KI in der Schule ist, dass Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden können. Zum Beispiel kann eine KI Aufgaben an das Niveau der Lernenden anpassen. Dadurch wird niemand überfordert oder unterfordert. Außerdem kann eine KI sofort Rückmeldungen geben, was beim Lernen hilft. Gerade bei Hausaufgaben kann das nützlich sein, weil Lehrkräfte nicht immer Zeit haben, alles sofort zu kontrollieren. Somit wird der Lernprozess verbessert.

Ein weiterer Punkt ist, dass KI Lehrkräfte entlasten kann. Sie müssen dann weniger korrigieren und haben mehr Zeit für pädagogische Aufgaben. Dadurch wird der Unterricht moderner und effizienter. Außerdem lernen Schülerinnen und Schüler früh, mit neuer Technik umzugehen, was später im Beruf wichtig sein kann. Man sieht also, dass KI viele Chancen bietet.

Auf der anderen Seite gibt es auch Probleme. Ein Nachteil ist, dass Schüler eventuell zu abhängig von der KI werden. Sie denken dann nicht mehr selbst nach, sondern lassen alles von der KI lösen. Dadurch könnten wichtige Fähigkeiten verloren gehen. Außerdem besteht die Gefahr, dass persönliche Daten gespeichert werden, was ein Datenschutzproblem ist. Das ist besonders kritisch, weil es um Kinder und Jugendliche geht.

Außerdem könnte es passieren, dass soziale Kontakte im Unterricht weniger werden. Wenn jeder nur noch mit seinem Gerät arbeitet, wird weniger miteinander gesprochen. Schule ist aber auch ein Ort, um soziale Kompetenzen zu lernen. Deshalb sollte man darauf achten, dass KI nicht den ganzen Unterricht bestimmt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass KI in der Schule sinnvoll sein kann, wenn man sie richtig einsetzt. Sie darf Lehrkräfte nicht ersetzen, sondern nur unterstützen. Wenn klare Regeln gelten, überwiegen meiner Meinung nach die Vorteile.

Text 2: Analyse einer Karikatur – Auswirkungen von Social Media

Die vorliegende Karikatur beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Social Media auf Jugendliche. Man sieht auf der Zeichnung einen Jugendlichen, der auf sein Smartphone schaut. Um ihn herum sind viele „Like“-Symbole, die wie eine Kette um seinen Körper liegen. Im Hintergrund sieht man andere Menschen, die sich unterhalten, aber der Jugendliche bemerkt sie nicht.

Die Karikatur will vermutlich zeigen, dass Social Media Menschen fesseln kann. Die Like-Symbole als Ketten bedeuten, dass der Jugendliche abhängig ist. Er kann sich nicht mehr frei bewegen und konzentriert sich nur noch auf sein Handy. Dadurch verliert er den Kontakt zur realen Welt. Das wird dadurch verdeutlicht, dass er die anderen Menschen im Hintergrund nicht wahrnimmt.

Außerdem kritisiert die Karikatur wahrscheinlich, dass viele Jugendliche ihre Anerkennung nur noch aus dem Internet bekommen. Sie sammeln Likes und fühlen sich davon abhängig. Das kann dazu führen, dass sie ihr Verhalten verändern, nur um beliebt zu sein. Dadurch entsteht ein Druck, der psychisch belastend sein kann.

Allerdings könnte man sagen, dass Social Media auch positive Seiten hat, zum Beispiel um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Die Karikatur zeigt aber nur die negative Seite. Deshalb ist sie etwas einseitig dargestellt.

Insgesamt macht die Karikatur deutlich, dass Social Media das reale Leben verdrängen kann, wenn man nicht aufpasst. Sie regt dazu an, das eigene Verhalten zu reflektieren.

Text 3: Zusammenfassung einer Kurzgeschichte – Herausforderungen von Migration

In der Kurzgeschichte „Ankommen“, die in der Gegenwart spielt, geht es um einen Jungen namens Amir, der mit seiner Familie aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen ist. Die Geschichte beschreibt, welche Schwierigkeiten Amir beim Ankommen erlebt.

Am Anfang kommt Amir in eine neue Schule. Er versteht die Sprache noch nicht gut und fühlt sich ausgeschlossen. Die anderen Schülerinnen und Schüler schauen ihn neugierig an, aber sprechen wenig mit ihm. Dadurch fühlt er sich einsam. Besonders im Unterricht hat er Probleme, weil er die Aufgaben nicht richtig versteht.

Im Verlauf der Geschichte lernt Amir langsam Deutsch. Eine Mitschülerin hilft ihm dabei und erklärt ihm Wörter. Dadurch fasst er mehr Mut und traut sich, selbst zu sprechen. Trotzdem gibt es auch Rückschläge, zum Beispiel als andere Kinder über seinen Akzent lachen. Das verletzt ihn sehr und er möchte am liebsten wieder zurückgehen.

Am Ende erkennt Amir aber, dass er bleiben will und sich eine neue Zukunft aufbauen kann. Er versteht, dass Integration Zeit braucht. Die Geschichte zeigt, dass Migration nicht einfach ist, aber mit Unterstützung gelingen kann.

Zusammenfassend handelt die Kurzgeschichte von den emotionalen und sprachlichen Herausforderungen von Migration. Sie macht deutlich, wie wichtig Offenheit und Hilfsbereitschaft in einer neuen Gesellschaft sind.